Laurent-Perrier 2018 und Grand Siècle Iteration No.27 - Meine erste Verkostung

Als ich neulich die Gelegenheit hatte, zwei der neuesten Releases von Laurent-Perrier zu verkosten, war ich besonders gespannt auf die Unterschiede zwischen dem klassischen Jahrgangschampagner 2018 und der legendären Grand Siècle Iteration No.27. Diese beiden Champagner repräsentieren völlig unterschiedliche Philosophien des Hauses aus Tours-sur-Marne.

Der Laurent-Perrier 2018 - Ein Jahrgang mit Charakter

Der 2018er Jahrgang von Laurent-Perrier zeigt eindrucksvoll, warum dieses Jahr in der Champagne als außergewöhnlich gilt. In der Nase entfaltet sich eine elegante Komplexität aus reifen gelben Früchten, dezenten Brioche-Noten und einer feinen mineralischen Komponente. Was mich sofort beeindruckt hat: Die Balance zwischen der natürlichen Säure des Jahres und der cremigen Textur, die Laurent-Perrier so meisterhaft beherrscht.

Am Gaumen zeigt der 2018er eine bemerkenswerte Länge. Die Assemblage, die traditionell von Chardonnay dominiert wird, bringt eine kristalline Präzision mit, während der Pinot Noir dem Champagner Struktur und Tiefe verleiht. Besonders faszinierend finde ich die Art, wie sich die Aromen entwickeln - von den anfänglich frischen Zitrusnoten hin zu komplexeren Honig- und Nussaromen im Abgang.

Grand Siècle Iteration No.27 - Die Kunst des Blending

Die Grand Siècle Serie verkörpert Laurent-Perriers Philosophie, dass außergewöhnliche Champagner nicht zwingend aus einem einzigen Jahrgang stammen müssen. Die 27. Iteration ist eine Meisterleistung des Blending, die drei verschiedene Jahrgänge harmonisch vereint.

Was macht diese Iteration besonders?

Im Gegensatz zum reinen 2018er Jahrgang zeigt die Grand Siècle No.27 eine völlig andere Persönlichkeit. Hier treffen verschiedene Jahrgänge aufeinander, die sich gegenseitig ergänzen und verstärken. Die Komplexität ist noch vielschichtiger, die Textur noch seidiger. In der Nase dominieren reife Steinfrüchte, gepaart mit einer subtilen Röstung und einem Hauch von weißen Blüten.

Am Gaumen offenbart sich die wahre Größe dieser Cuvée: Eine perfekte Balance zwischen Kraft und Eleganz, zwischen Frische und Reife. Die Perlage ist besonders fein und persistent, was für die sorgfältige Herstellung und längere Reifung auf der Hefe spricht.

Zwei Philosophien, ein Haus

Der Vergleich zwischen diesen beiden Champagnern verdeutlicht die Bandbreite, die Laurent-Perrier als Haus abdeckt. Während der 2018er Jahrgang die Reinheit und den Ausdruck eines spezifischen Jahres verkörpert, repräsentiert die Grand Siècle die Kunst des Assemblierens über Jahrgangsgrenzen hinweg.

Welcher Champagner für welchen Anlass?

Der Laurent-Perrier 2018 eignet sich hervorragend für Liebhaber authentischer Jahrgangschampagner. Seine lebendige Säure und die präzisen Aromen machen ihn zum idealen Begleiter für gehobene Meeresfrüchte oder als Aperitif bei besonderen Anlässen.

Die Grand Siècle Iteration No.27 hingegen ist ein Statement-Champagner für außergewöhnliche Momente. Die Komplexität und Tiefe dieser Cuvée entfalten sich am besten bei einer durchdachten Degustationssequenz oder als Höhepunkt eines festlichen Menüs.

Mein Fazit zur Verkostung

Beide Champagner unterstreichen eindrucksvoll Laurent-Perriers Position als eines der führenden Häuser der Champagne. Der 2018er überzeugt durch seine klare Jahrgangscharakteristik und die typische Eleganz des Hauses. Die Grand Siècle No.27 hingegen demonstriert die hohe Kunst des Blending und zeigt, warum diese Serie zu den respektiertesten Non-Vintage-Prestige-Cuvées der Region gehört.

Für Sammler und Champagner-Enthusiasten sind beide Releases definitiv eine Empfehlung wert. Sie repräsentieren nicht nur die aktuelle Qualität von Laurent-Perrier, sondern auch zwei fundamental unterschiedliche Ansätze in der Champagner-Herstellung - beide auf höchstem Niveau ausgeführt.

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