Die teuersten Champagner der Welt: Was rechtfertigt den Preis wirklich?
Neulich bin ich wieder über eine dieser Listen gestolpert, die "die besten Champagner, die man für Geld kaufen kann" aufzählen. Krug Clos d'Ambonnay, Salon, Cristal, Armand de Brignac in irgendeiner ausgefallenen Sonderedition – Flaschen, bei denen der Preis oft dreistellig beginnt und schnell in Richtung eines Kleinwagens wandert. Als jemand, der zuhause deutlich öfter zu 30-Euro-Winzerchampagnern greift als zu solchen Ikonen, wollte ich mir mal ehrlich Gedanken machen: Was steckt eigentlich hinter diesen Preisen – und lohnt es sich, dafür zu sparen?
Was macht einen Champagner überhaupt so teuer?
Wenn ich mir die Namen auf solchen Listen anschaue, fällt mir ein Muster auf. Es sind fast immer Weine mit einer extrem limitierten Herkunft. Krugs Clos d'Ambonnay etwa stammt von einer winzigen, ummauerten Parzelle in Ambonnay – kaum größer als ein Fußballfeldviertel. Salon macht überhaupt nur in besonders guten Jahren einen einzigen Wein, ausschließlich aus Chardonnay vom Le Mesnil-sur-Oger. Das ist keine Massenproduktion, das ist im Grunde ein Nischenprodukt innerhalb einer Nische.
Dazu kommt die Reifezeit. Viele dieser Spitzencuvées liegen zehn, fünfzehn, manchmal über zwanzig Jahre auf der Hefe im Keller, bevor sie überhaupt in den Verkauf gehen. Das bindet Kapital, das bindet Lagerplatz, und das kostet – ganz unabhängig vom Marketing – schlicht Geld.
Terroir, Zeit und ein bisschen Mythos
Was mich an diesen Flaschen fasziniert, ist weniger der Preis selbst, sondern die Idee dahinter: dass ein einzelner Weinberg, eine einzige Parzelle, so viel Charakter haben kann, dass man ihn nicht mit anderen Lagen verschneiden möchte. Das ist eigentlich das Gegenteil von dem, wofür Champagne traditionell bekannt ist – die Assemblage, das Zusammenspiel vieler Lagen und Jahrgänge, um Konstanz zu erzeugen. Diese Prestige-Cuvées drehen das um.