Ein Sommer der Extreme
Nach dem kühlen Intermezzo 2021 kehrte 2022 mit voller Wucht zu den warmen Bedingungen zurück. Der Sommer war einer der heißesten und trockensten der jüngeren Geschichte, Hitzewellen im Juni, Juli und August, kaum Regen, und in vielen Lagen akuter Trockenstress bei den Reben.
Die Blüte verlief früh und problemlos. Die Probleme kamen im Sommer: Anhaltende Temperaturen über 35°C, Nächte, die kaum abkühlten, und ein Boden, der austrocknete. Manche Reben stoppten die Photosynthese als Selbstschutz, ein Phänomen, das vor 20 Jahren in der Champagne undenkbar gewesen wäre und inzwischen regelmäßig vorkommt.
Die Ernte begann früh, bereits Ende August. Die Trauben waren klein, konzentriert, mit dicken Schalen und hohen Zuckergraden. Die Säurewerte waren moderat bis niedrig, was für den Champagner-Stil nicht ideal ist.
Stil des Jahrgangs
2022 produzierte reife, konzentrierte Champagner mit viel Extrakt und Frucht:
- Konzentration, Intensive Aromen, dichtes Mundgefühl
- Reife Frucht, Pfirsich, Aprikose, Mango, Honig
- Weiche Säure, Die Hitze hat die Säurewerte gedrückt
- Alkohol, Tendenziell höher als in kühlen Jahren
- Tiefe Farbe, Goldener, intensiver als kühlere Jahrgänge
Die Herausforderung für die Winzer: Aus diesem überreifen Material noch Champagner mit Frische und Trinkfluss zu machen. Die besten haben es geschafft, durch frühere Lese, schonendere Pressung und gezielte Dosage-Entscheidungen. Die weniger guten 2022er sind breit, alkoholisch und ermüdend.
Rebsorten im Hitzejahr
Chardonnay hielt sich erstaunlich gut, die Sorte hat tiefe Wurzeln und findet auf den Kreideböden der Côte des Blancs auch in Dürrejahren Wasser. Blanc de Blancs aus 2022 sind die elegantesten Vertreter des Jahrgangs.
Pinot Noir von der Montagne de Reims war sehr konzentriert, kraftvoll, dunkelbeerig, fast schon "rotweinhaft" in seiner Intensität. Für Blanc de Noirs und Rosé lieferte 2022 erstklassiges Material.
Pinot Meunier litt am meisten unter der Trockenheit. Die Sorte hat ein flacheres Wurzelsystem und ist anfälliger für Trockenstress.
Meine Verkostungen
11 Champagner aus 2022, die ersten Abfüllungen kommen gerade auf den Markt. Was auffällt: Die Spannweite zwischen den Produzenten ist groß. Winzer mit alten Reben (tiefe Wurzeln) und guter Bodenpflege (Begrünung, Mulch) hatten deutlich besseres Material als solche mit jungen Reben und konventioneller Bewirtschaftung.
Die Klimawandel-Debatte in der Champagne wird durch Jahrgänge wie 2022 befeuert. Die Frage ist nicht mehr, ob sich das Klima verändert, sondern wie die Champagne damit umgeht. Frühere Ernten, andere Rebsorten, Bewässerung (bisher verboten), Anpassung der Kellertechnik, alles steht zur Diskussion.
2022 ist ein Champagner-Jahrgang, der die Grenzen des Möglichen auslotet. In den besten Händen entstehen konzentrierte, tiefgründige Weine mit überraschender Harmonie. In den schlechtesten Händen entstehen überreife, plumpe Champagner, die wenig mit dem zu tun haben, was die Champagne ausmacht.
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the_champagne.guy Heute gibt es bei mir mal wieder das volle Programm an Aromen: Selbstgemachter Hummus, feuriges Zhug, würziges Hamshuka, gegrillte Aubergine und frische Tomatensalsa. Dass der Teller heute eher nach „kreativem Chaos“ aussieht als nach Fine Dining, tut dem Genuss absolut keinen Abbruch! Dazu einen Wein, der diese geballte, würzig-scharfe Aromenvielfalt nicht nur aushält, sondern ergänzt - den @romain_henin_vigneron – „Meunier tu dors“. Wer Romain Hénin nicht kennt: Hier sind wir tief im Bereich der handwerklichen, naturnahen Champagner (die Hauptmarke „La bulle Libre“ des Familien-Domaines). 100% Meunier - ohne Dosage (Brut Nature), ohne zugesetzten Schwefel und mit minimaler Intervention ausgebaut, zeigt er eine unglaubliche Energie. Die typische, saftig-fleischige Meunier-Frucht harmoniert genial mit der rauchigen Aubergine und der Würze im Hamshuka. Gleichzeitig bringt er eine puristische Struktur mit, die das scharfe Zhug perfekt einfängt und die Cremigkeit des Hummus durchschneidet. Ein absolutes Pairing-Highlight! Ein besonderer Shoutout geht auch an das fantastische Etikett, das von Nicolas Sautel (@tartinetattoo ) kreiert wurde. Es bringt die wilde, unangepasste Seele dieses Weins optisch absolut auf den Punkt! Nerd-Fact am Rande: Auf dem Etikett steht als Dégorgement-Datum der 08.12.2025. Wer sich aber wundert, warum die Flaschen schon vorher bei einigen Händlern standen: Es gibt hier einen bekannten Etiketten-Fehler! Der Wein wurde in Wahrheit bereits im September 2025 degorgiert. Sowas lieben wir doch, oder? 😉 Champagne-Facts 🥂 🍇 100 % Meunier (Basis 2022) 📍 Terroir: Vallée de la Marne 🌿 Philosophie: „La Bulle Libre“ (naturnah, unfiltriert, zero Sulfite) 📅 Dégorgement: September 2025 (trotz Tippfehler auf dem Etikett!) 🍬 Dosage: 0 g/l (Brut Nature) Fazit: Ein Champagner mit Ecken, Kanten und wahnsinnig viel Charakter. Wer Meunier in seiner ehrlichsten Form sucht, ist hier genau richtig. Und zu nahöstlichen Gewürzen? Ein absoluter Traum! #TheChampagneGuy @gabriel_glas @grad.dk @grad_rd @mygabrielglas @laclaye #MeunierTuDors #ChampagnePairing #NaturalChampagne #LaBulleLibre
Auf Instagram weiterlesen →the_champagne.guy Erinnert ihr euch an die „Petite Dame Noire“ von Bruyen & Macquart (@champagnebruyen)? 🥂✨ Nachdem ich genau diese Flasche im November schon mal getrunken hatte, stand kürzlich das zweite Date an. Die Terrasse und die ersten Sonnenstrahlen mit T-Shirt-Vibe in 2026 waren meiner Meinung nach ein guter Kontrast zum ersten Mal. Dazu durfte dieser Wein heute ins @gabriel_glas , und das war eine goldrichtige Entscheidung. Im Vergleich zum schmaleren Riedel-Glas im November gibt das Glas dem Wein jetzt genau die Breite, die er verdient. Der Meunier-Grip ist zwar immer noch da, aber er wirkt heute viel fülliger und cremiger. In der Nase diese markante Kräuterwürze und reife Zitrone, am Gaumen aber deutlich mehr Volumen als beim ersten Mal. Es ist faszinierend, wie ein Glas die Wahrnehmung verschieben kann: Weg von der reinen Präzision, hin zu einem vollmundigen, saftigen Erlebnis, das perfekt zu diesem Frühlings-Vibe passt. Die „kleine Schwester“ der Bruyen-Linie hat heute bewiesen, dass sie absolut erwachsen geworden ist. Ein ehrlicher, charakterstarker Stoff, der in der Sonne nochmal ganz anders anmutet. Champagne-Facts 🥂 🍇 50 % Pinot Noir · 30 % Meunier · 20 % Chardonnay 📅 Basis: 2022 + Reserveweine 🕰 Dégorgement: Februar 2025 🍬 Dosage: 8 g/l (Brut) 🍷 Glas: Gabriel-Glas – Gold Edition Fazit: Glaswahl ist alles! Und deshalb finde ich es immer spannend, mehrere Exemplare einer Flasche im Keller zu haben, um sie in verschiedenen Momenten, verschiedenen Gläsern und eventuell mit verschiedenen Pairings zu probieren. #TheChampagneGuy @grad.dk @grad_rd @mygabrielglas @laclaye #BruyenMacquart #PetiteDameNoire #GabrielGlas #TerrassenVibes
Auf Instagram weiterlesen →the_champagne.guy Gestern Abend gab’s mal wieder etwas Neues – den @champagnebruyen & Macquart – Petite Dame Noire Eine Flasche, die optisch eher dezent wirkt, aber stilistisch sofort zeigt, dass hier zwei Familien eine gemeinsame Handschrift entwickelt haben. Bruyen kenne ich ja mittlerweile. Die „Macquart“-Linie ist sozusagen die kleine Schwester: etwas eigenständiger, etwas würziger, ein bisschen weniger poliert, aber dadurch mit Charakter. kräftiger, dunkler Meunier-Vibe, fast schon pfeffrig-würzig, sehr zitrisch und mit einer Struktur, die sofort Aufmerksamkeit fordert. Keine starke Frucht – eher Kräuter, Zeste, ein Hauch salzige Mineralität und Grip, den ich an diesem Abend richtig geschätzt habe. Getrunken habe ich ihn im @riedel_official Fatto a Mano Black Tie – perfekte Wahl. Das Glas hat die Würze klarer herausgearbeitet, die Zitrusnoten straffer gemacht und der ganzen Struktur Luft gegeben, ohne dass er breit wird. Besonders spannend war für mich, wie sehr der Stil hier von „klassischem Bruyen“ abweicht und trotzdem vertraut wirkt. So als hätte man dieselbe Story, aber aus einem anderen Blickwinkel erzählt bekommen. Champagne-Facts 🥂 50 % Pinot Noir · 30 % Meunier · 20 % Chardonnay 📅 Vendange 2022 + vins de réserve 🕰 Dégorgement: Februar 2025 🍬 Dosage: 8 g/l (Brut) 📍 Reims · Vallée de la Marne 🔎 Stil: zitrisch · gewürzt · klar · präzise 🕯 Glas: Riedel Fatto a Mano – Black Tie Ein unkomplizierter Abend-Champagner mit Charakter - gerade deshalb bleibt er hängen. #TheChampagneGuy @grad.dk @laclaye #Bruyen #BruyenMacquart #PetiteDameNoire #ChampagneLife #ChampagneMoment #GrowerChampagne #PinotNoir #Meunier #Brut #ChampagneVibes #TheChampagneGuyMoments #laclayeperfectserve
Auf Instagram weiterlesen →the_champagne.guy Heute ist Vatertag in Österreich. Kein Programm. Ein ruhiger Vormittag, ein langes Frühstück – und die spontane Entscheidung: Diese Magnum wird heute geöffnet. @champagnepaulhazard – Brut Tradition – 2022 – by Andy. Zu groß für meinen Cooler, also ab aufs Eis. Vielleicht kommt Besuch. Vielleicht nicht. Aber die Idee war klar: eine Flasche, die den ganzen Tag begleitet. Diesmal wurde also nicht der Champagner zum Essen ausgesucht – sondern das Essen zum Champagner. Auf dem Tisch gelandet ist dann Mittags: • 🍡 Mini-Fleischbällchen vom Grill • 🐟 Lachs mit Zitronen und Dill • 🥗 Sellerie-Apfel-Walnuss-Salat mit Zitrone & Senf → Alles leicht, frisch, flexibel – wie der Champagner selbst. Fakten zur Flasche: • 🍇 42 % Meunier, 30 % Pinot Noir, 28 % Chardonnay • 🗓️ Jahrgang 2022 • ⚖️ Dosage: 9 g/l • 🧊 Empfohlene Trinktemperatur: 8 °C • 🥂 1500 ml – Magnumformat für lange Tage oder Gäste :) • ⏳ Mind. 24 Monate auf der Hefe Die Flasche trägt den Zusatz „by Andy“ – eine klare Hommage an die Pop-Art-Welt von Andy Warhol. Bunte Raster, starke Farben, serielle Gestaltung – alles erinnert an ein Kunstobjekt, nicht an eine klassische Champagnerflasche. Und genau deshalb überlege ich, sie einfach ins Regal zu stellen, weil sie visuell etwas transportiert, das weit über den Inhalt hinausgeht. Verändert so ein Design den Geschmack? Nein. Aber es beeinflusst den Moment. Es hebt den Stil. Es schafft Flair. Und ja – es macht Marketing, das hängen bleibt. Pop-Art trifft Pérlage. #TheChampagneGuy @riedel_official #PaulHazard #PopArtChampagne #MagnumMitMessage #Vatertag2025 #ChampagnerImAlltag #AndyWarholVibes #DesignMitWirkung #FlascheMitStil #TheEyeDrinksToo #NoPoseJustPop
Auf Instagram weiterlesen →the_champagne.guy Ich hatte sie ja schon einmal – die Magnum „Brut Tradition – by Andy“ von @champagnepaulhazard. Damals am Vatertag, mit langem Frühstück, Grillteller und ein bisschen Pop-Art-Stimmung. Diesmal: einfach ein ruhiger Spätsommerabend. Kein großes Pairing, kein besonderer Anlass. Nur Lust auf ein Glas, das man kennt. Und schon einschätzen kann. Champagner-Facts: 🍇 42 % Meunier, 30 % Pinot Noir, 28 % Chardonnay 🗓️ Jahrgang 2022 ⚖️ Dosage: 9 g/l ⏳ Mindestens 24 Monate Hefelager 🥂 Magnum – 1500 ml 🎨 Pop-Art Design „by Andy“ – inspiriert von Andy Warhol 📍 Produzent: Champagne Paul Hazard, Vallée de la Marne #TheChampagneGuy @gabriel_glas @mygabrielglas #PaulHazard #BrutTradition #PopArtChampagne #MagnumTime #SpätsommerGlas #ChampagneWithoutOccasion #TheEyeDrinksToo #DesignMitWirkung #NoPoseJustPop #NoFlutes
Auf Instagram weiterlesen →| Jahrgang | 2022 |
| Charakter | Heiß, konzentriert, reif |
| Säure | Niedrig bis moderat |
| Vergleich | Extremer als 2020, erinnert an 2003 |
| Trinkreife | Ab jetzt für die ersten Abfüllungen |
| Verkostete Champagner | 11 |

























