Warm und sofort charmant
Ein heißer Sommer brachte frühe Reife und hohe Zuckergrade. Die Ernte begann früh — bereits Anfang September. Die Trauben waren reif, aromatisch und mit moderater Säure. Ein Kontrastprogramm zum straffen Vorgänger 1988.
Charakter und Entwicklung
Wo 1988 Geduld verlangte, belohnte 1989 sofort. Die Champagner waren fruchtbetont, üppig und von Anfang an zugänglich. Reife Steinobst-Aromen, cremiges Mundgefühl, eine weiche Säure, die den Gaumen umschmeichelte statt zu schneiden.
Das war gleichzeitig die Stärke und die Schwäche des Jahrgangs: Die Zugänglichkeit verführte zum frühen Trinken, und das begrenzte Lagerpotenzial bedeutete, dass viele 1989er ihren Höhepunkt in den 2000er-Jahren erreichten und seitdem abbauen.
Dennoch: Die allerbesten 1989er — von Produzenten, die die Extraktion kontrollierten und die richtige Balance aus Reife und Frische bewahrten — können auch heute noch großartig sein. Besonders Pinot Noir von der Montagne de Reims profitierte von der Wärme und lieferte satte, dunkelbeerige Champagner mit Substanz.
Historisch markiert 1989 auch das Ende einer Ära: Es war der letzte Jahrgang vor dem Fall der Berliner Mauer, und in der Champagne wurde eine neue Generation von Winzern aktiv, die den Grundstein für die heutige Grower-Revolution legte.
Meine Verkostungen
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Gestern: 22 Uhr. Die Kids schlafen. Und nach drei Runden Sauna bei 90 °C braucht’s nochmal einen kleinen Snack. Etwas Gutes. Etwas Leichtes. Ohne…
| Jahrgang | 1989 |
| Charakter | Warm und sofort charmant |
| Verkostete Champagner | 9 |