Delamotte & Salon Champagne Masterclass: DFWE New York 2026

Delamotte & Salon: Warum diese beiden Häuser eigentlich ein Paar sind

Als ich gelesen habe, dass in New York eine Masterclass zu Delamotte und Salon ausverkauft war, musste ich kurz schmunzeln. Nicht überrascht — eher amüsiert, weil ich dieses Duo für eine der spannendsten, aber am wenigsten verstandenen Konstellationen in der ganzen Champagne halte. Zwei Häuser, ein Keller, ein Weinmacher — und trotzdem zwei völlig unterschiedliche Philosophien. Genau darüber wollte ich schon länger schreiben.

Zwei Häuser, ein Dach — wie passt das zusammen?

Delamotte und Salon gehören zur gleichen Gruppe und werden vom selben Team in Le Mesnil-sur-Oger vinifiziert. Wer das zum ersten Mal hört, denkt vermutlich: dann schmecken die sich doch bestimmt ähnlich? Genau das ist der Punkt, der mich an der Sache so fasziniert — sie tun es nicht, jedenfalls nicht in dem Sinn, wie man es erwarten würde.

Salon ist die Ausnahme-Cuvée schlechthin: nur Chardonnay aus Le Mesnil-sur-Oger, nur in außergewöhnlichen Jahrgängen produziert, kein Nicht-Jahrgangs-Wein, keine Kompromisse. Manche Jahrzehnte gibt es gar keinen Salon. Delamotte dagegen ist genau das Gegenteil — ein Haus, das kontinuierlich arbeitet, mit einem wunderbaren Blanc de Blancs als Basis, aber eben auch mit Non-Vintage-Cuvées, die ganzjährig verfügbar sind und nicht auf den einen perfekten Jahrgang warten müssen.

Für mich ist das fast wie zwei Geschwister mit komplett unterschiedlichem Temperament. Salon ist der Perfektionist, der nur dann auftaucht, wenn wirklich alles stimmt. Delamotte ist der verlässliche, freundliche Vertreter der Familie, der trotzdem eine ordentliche Portion Finesse mitbringt.

Warum Le Mesnil-sur-Oger so eine große Rolle spielt

Wer sich mit Blanc de Blancs beschäftigt, kommt an Le Mesnil-sur-Oger nicht vorbei. Dieses Dorf in der Côte des Blancs gilt vielen als eine der besten Lagen für Chardonnay überhaupt — kalkhaltiger Boden, ideale Hangneigung, viel Licht. Was ich beim Verkosten von Weinen aus dieser Gegend immer wieder gelernt habe: Die Säure hier hat eine ganz eigene Klarheit. Nicht aggressiv, sondern fast kristallin, mit einer Salzigkeit, die manche Leute "kreidig" nennen.

Sowohl Salon als auch Delamotte schöpfen aus diesem Terroir, aber mit unterschiedlichen Zielen. Salon will das Maximum an Ausdruck in einem einzigen, außergewöhnlichen Moment einfangen. Delamotte will Konsistenz und Trinkfreude über die Jahre hinweg liefern. Beides ist legitim, beides ist beeindruckend — nur eben auf sehr verschiedene Art.

Was eine Masterclass zu diesem Thema so interessant macht

Ich war natürlich nicht in New York dabei, aber ich kann mir gut vorstellen, warum so eine Veranstaltung ausverkauft war. Wenn man Delamotte und Salon nebeneinander verkostet — idealerweise sogar Jahrgänge, die zeitlich nah beieinander liegen — bekommt man eine Art Lehrstunde in Sachen Terroir-Interpretation, ohne dass jemand ein Wort dazu sagen müsste.

Für mich persönlich ist genau das der Reiz an solchen Vergleichsverkostungen. Man lernt nicht nur etwas über zwei Champagner, sondern über die Bandbreite dessen, was aus der gleichen

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