Weiß aus Weißem
Blanc de Blancs, "Weiß aus Weißen", bedeutet: Dieser Champagner wurde ausschließlich aus weißen Trauben hergestellt. In der Praxis heißt das fast immer 100% Chardonnay, denn Chardonnay ist die einzige weiße Hauptrebsorte der Champagne.
Technisch dürften auch Arbane, Petit Meslier, Pinot Blanc oder Pinot Gris (Fromenteau) verwendet werden, aber das sind Raritäten, die zusammen weniger als 1% der Rebfläche ausmachen.
Warum Blanc de Blancs besonders ist
Wo ein klassischer Brut-Champagner aus der Assemblage von Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier lebt, steht Blanc de Blancs allein da. Kein Pinot gibt Struktur, kein Meunier gibt Frucht, Chardonnay muss alles selbst liefern. Und genau das macht den Stil so faszinierend: Er hat nirgends hin, sich zu verstecken.
Guter Blanc de Blancs zeigt:
- Präzision, Wie ein Skalpell statt eines Brotmessers
- Mineralität, Kreide, Kalk, manchmal fast salzig
- Zitrusfrische, Zitrone, Grapefruit, grüner Apfel
- Eleganz, Feinperlig, schlank, niemals schwer
- Lagerpotenzial, Großer Blanc de Blancs kann Jahrzehnte reifen
Die Heimat: Côte des Blancs
Das Epizentrum für Blanc de Blancs ist die Côte des Blancs südlich von Épernay. Hier, auf den kreidehaltigen Hängen von Cramant, Avize, Oger, Le Mesnil-sur-Oger und Chouilly, wächst Chardonnay wie nirgendwo sonst in der Champagne.
Der Boden ist fast reines Kreide, Belemniten-Kreide aus der oberen Kreidezeit. Die Reben wurzeln tief in diesem porösen Gestein, das Wasser speichert und gleichzeitig perfekte Drainage bietet. Das Ergebnis: Trauben mit hoher Säure, moderatem Zucker und dieser unverwechselbaren mineralischen Signatur.
Im Glas: Worauf achten?
Junger Blanc de Blancs ist oft straff und zurückhaltend. Die Säure dominiert, die Aromen sind zitruslastig und verschlossen. Keine Angst: Das ist gewollt. Mit Luft und Zeit öffnen sich die Champagner und zeigen ihre wahre Tiefe.
Reifer Blanc de Blancs verwandelt sich: Aus Zitrus wird kandierte Frucht, aus Kreide wird Brioche, aus Strenge wird Cremigkeit. Diesen Wandel zu erleben ist eines der größten Vergnügen in der Champagner-Welt.
Blanc de Blancs ist Champagner in seiner reinsten Form. Kein Kompromiss, keine Assemblage-Diplomatie, nur Chardonnay und Terroir.
Meine Erfahrung
61 Blanc de Blancs in meiner Sammlung, von zugänglichen Einstiegs-Cuvées bis hin zu Grand-Cru-Monumenten aus Le Mesnil. Der Stil ist extrem vielfältig: Vom stahltank-frischen Sommer-Champagner bis zum holzfass-gereiften Meditationswein ist alles dabei.
the_champagne.guy 🍾 Heute im Glas: J.B Héry - Millésime 2002 - Brut Nature – ein spannender Fund aus meinem letzten Einkauf. Gerade erst frisch in den Keller gewandert, aber heute hat es gut gepasst. 🥂🍾 ✨ Die Fakten zur Flasche: 🔹 Jahrgang: 2002 – ein legendärer Jahrgang in der Champagne 🔹 Rebsorten: 90 % Chardonnay, 10 % Pinot Noir 🔹 Cru-Lagen: Avize, Chouilly, Cramant & Le Mesnil-sur-Oger – also feinste Côte des Blancs-Lagen 🔹 Boden: Kreide – sorgt für die typische, leicht salzige Mineralität 🔹 Ausbau: Reifung in traditionellen Crayères 🔹 Dosage: 0 g/l – also Brut Nature 🔹 Alkohol: 12,5 % 🔍 Und wie war’s? Gleich vorweg: Diesmal kam das gute, alte Gabriel Glas - Standardversion zum Einsatz. Keine Experimente, sondern ein Glas, das ich gut kenne und gerne mag. Und es hat perfekt gepasst! Der Champagner selbst zeigt nach all den Jahren eine wunderbar reife Aromatik – kandierte Zitrusfrüchte, etwas reifer Apfel, nussige Noten und diese feine Brioche, die einfach zu einem gereiften Jahrgang gehört. Dazu kommt die typische Kreidenote, die die Grand Cru-Lagen mitbringen – präsent, aber nicht zu dominant. Ein echtes Beispiel dafür, wie spannend gereifte Jahrgangs-Champagner sein können – besonders, wenn sie komplett ohne Dosage daherkommen. Da steht nichts im Weg, die Jahrgangs- und Terroir-Stilistik sprechen für sich. Zum direkten Vergleich hatte ich ja vor rund 2 Wochen mit dem „Signature - Blanc de Blancs“ eine deutlich jüngere Flasche von J.B Héry - auch der war super, aber von der Tiefe her ist der Unterschied sehr deutlich. Kennt ihr J.B Héry oder hattet ihr schon mal einen 2002er im Glas? Und wie haltet ihr es: Lieber frisch degorgiert oder dürfen die Flaschen bei euch auch mal richtig reifen? 🥂 #ChampagnerLiebe @weinundco @gabriel_glas #Vintage2002 #BrutNature #TheChampagneGuy #GrandCru #ChampagneExperience #CoteDesBlancs
Auf Instagram weiterlesen →the_champagne.guy Gestern habe ich noch den Champagne Doyard ( domainedoyard ) – Révolution – Blanc de Blancs geöffnet - ein Erlebnis für die Sinne. Was diesen Champagner auszeichnet: - Rebsorte: 100 % Chardonnay von über 40 Jahre alten Reben aus Grand Cru-Lagen in Avize, Le Mesnil, Cramant und Oger. - Vinifikation: Teilweise malolaktische Gärung (ca. 20 %), Ausbau zu 50 % in gebrauchten Burgunderfässern und 50 % in Edelstahltanks. - Reifung: 78 Monate auf der Hefe, was ihm Tiefe und Komplexität verleiht. - Dosage: Brut Nature – 0 g/l, für eine unverfälschte, präzise Ausdruckskraft. Im Glas: Strahlendes Gold mit feiner Perlage. In der Nase Aromen von Aprikose, Pfirsich, Gewürzen und Kamille. Am Gaumen reichhaltig und vielschichtig, mit Noten von Nektarine, Melone und einem Hauch von gerösteter Macadamia. Die lange Hefelagerung verleiht ihm eine cremige Textur und eine beeindruckende Länge. Meine großen Weißwein-Gläser von @zwieselglas , die ich eher selten im Einsatz habe, haben hier gut gepasst. Fazit: Ein Champagner, der zeigt, wie kraftvoll und zugleich elegant Blanc de Blancs sein kann. Perfekt für besondere Momente oder um einen Abend zu etwas Besonderem zu machen. #ChampagneDoyard #Révolution #BlancdeBlancs #soundslikezwiesel #BrutNature #ChampagneLeben #TheChampagneGuy
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the_champagne.guy Erster Adventssonntag. Später aufgestanden als sonst – und irgendwie hatte jeder Lust auf etwas Deftiges. Aber Sonntag ohne Frühstück? Geht nicht. Also gab’s Shakshuka. Und dazu ist ein Champagner um zehn Uhr völlig legitim, oder? Also schnell den @champagnehatonetfilles – „René Haton“ im @mybeezer auf Temperatur gebracht… Der erste Schluck: hell, frisch, charmant – aber mit 9 g Dosage für meinen Geschmack um diese Uhrzeit fast einen Tick zu rund. Und dann der erste Löffel Shakshuka: Tomate, Chili, Paprika, Knoblauch, die leichte Süße der Zwiebel und dieses weiche, cremige Ei. Hier ist der Champagner aufgegangen. Die Dosage wurde plötzlich Teil des Gerichts, eingebettet in die Würze, getragen von der Tomate, abgefedert vom Ei. Die Säure des Chardonnay hat alles angehoben, die Perlage und die Textur perfekt mitgenommen. Fazit: Solo interessant. Mit dem Essen: genau da, wo er sein soll. Champagne-Facts 🥂 Rebsorte: 100 % Chardonnay 📍 Terroir: 1er Cru 🍬 Dosage: 9 g/l (Brut) Findest du die eher arabischen und israelischen Pairings spannend? Was hast du schonmal probiert? Willst du mehr davon sehen? #TheChampagneGuy @riedel_official @grad.dk @laclaye @nenifood @labelleviefamily @jchlp @maxiriedel #HatonEtFilles #PremierCru #BlancDeBlancs #ChampagneBreakfast #ShakshukaPairing #ChampagneMoment #GrowerChampagne #laclayeperfectserve
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