Champagne Barons de Rothschild launches cuvées parcellaires

Cuvées Parcellaires: Warum Einzellagen-Champagner gerade jeder machen will (und was Barons de Rothschild jetzt vorlegt)

Ein neuer Trend mit altem Kern

Wer meinen Feed auf Instagram kennt, weiß: Ich bin ein Fan davon, wenn Champagner-Häuser anfangen, Wein statt Marke in den Vordergrund zu stellen. Genau das passiert gerade wieder, und zwar bei einem Haus, das ich lange eher als "die mit dem berühmten Namen" abgespeichert hatte – Champagne Barons de Rothschild. Die haben jetzt zwei Cuvées Parcellaires herausgebracht, also Champagner aus einzelnen, klar definierten Parzellen in den Grand-Cru-Lagen Avize und Cramant. Und das hat mich aufhorchen lassen, weil es genau in die Richtung geht, die ich bei Champagner persönlich am spannendsten finde: weg vom Blend-als-Zauberkunst-Narrativ, hin zu "hier ist ein Ort, schmeck ihn dir an".

Was sind Cuvées Parcellaires überhaupt?

Für alle, die den Begriff zum ersten Mal lesen: Eine Cuvée Parcellaire ist ein Champagner, der nicht aus vielen verschiedenen Lagen, Jahrgängen oder Rebsorten zusammengestellt wird – also nicht "cuvée" im klassischen Sinn des Verschnitts –, sondern aus einer einzigen, meist sehr kleinen Parzelle stammt. Man könnte fast sagen: das burgundische Denken kommt in die Champagne. Statt Konsistenz über Jahre hinweg zu garantieren (was ja eigentlich das große Versprechen von Champagner-Häusern ist – dass dein Lieblings-Brut jedes Jahr gleich schmeckt), wird hier bewusst Individualität und Ortstypizität in den Fokus gerückt.

Das ist im Grunde eine Gegenbewegung zu dem, wofür die Champagne über ein Jahrhundert stand. Die großen Maisons haben ihre Reputation genau darauf aufgebaut, dass Dutzende, manchmal Hunderte von Parzellen so klug zusammengeführt werden, dass am Ende ein Wein entsteht, der größer ist als die Summe seiner Teile. Cuvées Parcellaires drehen das um: Hier soll die einzelne Parzelle für sich sprechen.

Warum ausgerechnet Avize und Cramant?

Wenn ich mir anschaue, welche Orte für so ein Projekt gewählt wurden, ergibt das für mich total Sinn. Avize und Cramant gehören zu den Grand-Cru-Dörfern der Côte des Blancs, also genau dorthin, wo Chardonnay traditionell sein größtes Ausrufezeichen bekommt. Diese Kreideböden, die für die Region so charakteristisch sind, sollen angeblich für diese mineralische, fast salzige Spannung sorgen, die viele Chardonnay-Fans so lieben. Wenn man schon zeigen will, dass ein einzelner Flecken Erde einen eigenen Charakter hat, dann macht man das logischerweise dort, wo die Unterschiede zwischen den Lagen am ehesten schmeckbar sein sollten.

Was mich an der Idee fasziniert: Avize und Cramant liegen nur wenige Kilometer auseinander, gelten beide als Grand Cru, beide sind Chardonnay-Hochburgen – und trotzdem sollen sie, wenn man den Berichten glauben darf, unterschiedlich schmecken. Cramant wird oft als etwas zugänglicher, blumiger beschrieben, Avize als strenger, kreidiger, mit mehr Spannung. Ob ich das im Glas tatsächlich so klar auseinanderhalten könnte, wenn man mir die Weine blind vorsetzt? Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher. Aber genau das macht das Ganze für mich als Hobby-Verkoster so reizvoll – es ist eine Einladung zum genauen Hinschm

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