Chanoine Frères Réserve Privée 2014 – Ein fast vergessenes Haus im Test

Chanoine Frères Réserve Privée 2014 – Ein fast vergessenes Haus im Test

Es gibt Champagnerhäuser, die jeder kennt, und dann gibt es Häuser wie Chanoine Frères – Marken, die eine wahnsinnig lange Geschichte haben, aber im heutigen Champagner-Diskurs kaum noch auftauchen. Als ich zum ersten Mal über den Jahrgang 2014 der Réserve Privée gestolpert bin, musste ich ehrlich gesagt erst mal nachlesen, wer da eigentlich dahintersteckt. Und genau das macht diese Flasche für mich so spannend.

Wer oder was ist Chanoine Frères überhaupt?

Chanoine Frères wurde 1730 gegründet und zählt damit zu den ältesten noch existierenden Champagnerhäusern überhaupt – angeblich das zweitälteste der gesamten Region. Das ist eine Hausnummer. Während Namen wie Ruinart (1729) ständig zitiert werden, führt Chanoine ein eher stilles Dasein, obwohl die historische Substanz eigentlich vergleichbar wäre. Für mich als Enthusiast ist genau das der Reiz: Man stößt auf ein Haus mit fast 300 Jahren Tradition, das im Bewusstsein vieler Champagner-Fans einfach nicht präsent ist.

Chanoine gehört mittlerweile zur größeren Unternehmensgruppe rund um Alliance Champagne, was erklärt, warum die Sichtbarkeit als eigenständige Marke etwas verwässert wirkt. Trotzdem scheint das Haus in den letzten zwei Jahrzehnten daran gearbeitet zu haben, sein Profil wieder zu schärfen – mit einer klareren Cuvée-Struktur und einem bewussteren Blick auf Jahrgangs-Champagner.

Warum ein Jahrgangschampagner 2014 überhaupt interessant ist

2014 gehört nicht zu den Jahren, über die in der Champagne geschwärmt wird wie über 2012 oder 2015. Es war ein wechselhaftes, eher kühles Jahr mit einem sehr unregelmäßigen Wetterverlauf – viel Regen im Sommer, dann eine überraschend gute Erntephase im September, die vieles gerettet hat. Genau solche Jahrgänge finde ich als Hobby-Verkoster oft spannender als die großen Star-Jahre, weil sie zeigen, wie ein Haus mit weniger perfekten Bedingungen umgeht.

Eine "Réserve Privée" als Bezeichnung deutet meist darauf hin, dass hier nicht die absolute Spitzencuvée des Hauses gemeint ist, sondern eine Art gehobene Standardlinie – oft mit einem Fokus auf Chardonnay- und Pinot-Noir-Anteilen aus guten, aber nicht zwingend Grand-Cru-Lagen. Das macht diese Flasche für mich zu einem ehrlichen Testfall: Wie schlägt sich ein traditionsreiches, aber nicht überteuertes Haus in einem durchschnittlichen Jahrgang?

Wie schmeckt der 2014er für mich zuhause?

Beim Verkosten zuhause ist mir zuerst die Nase aufgefallen: reife gelbe Frucht, etwas Quitte, dazu ein leicht brotiger, hefiger Ton, der auf ordentliche Reifezeit auf der Hefe hindeutet. Keine explosive Frische, aber auch nichts Müdes – eher ein ruhiger, fast introvertierter Auftakt.

Am Gaumen fand ich den Champagner angenehm ausbalanciert: mittlerer Körper, eine Säure, die präsent ist, aber nicht scharf wirkt, und im Verlauf e

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