Champagne Henriet-Bazin: Kreide, Parcelles, Solera
Champagne Henriet-Bazin ist ein Récoltant-Manipulant aus Villers-Marmery in der Montagne de Reims, gegründet 1890 von Gaston Henriet. Seit 1991 führt Marie-Noëlle Henriet-Bazin gemeinsam mit Nicolas die 5. Generation und verantwortet die Assemblage. Der Familienname Henriet-Bazin entstand 1968, als Daniel Henriet Micheline Bazin heiratete, Tochter einer Winzerfamilie aus Villers-Marmery.
Geschichte
Gaston Henriet begann 1890 mit der eigenen Vinifikation in Villers-Marmery. Sein Sohn Robert übernahm 1930 und baute die Kundschaft durch Präsenz auf Messen in Paris, Lille und Lyon aus. 1962 trat Daniel Henriet mit 16 Jahren in das Weingut ein und studierte Weinbau. 1968 heiratete er Micheline Bazin, womit die heutige Namensform Henriet-Bazin entstand. In diesem Jahr legte Daniel auch den Grundstein für die Solera-Reserveweine, die bis heute Bestandteil der Assemblage sind.
Marie-Noëlle trat 1991 ins Maison ein und traf eine prägende Entscheidung: Die gesamte Ernte sollte fortan selbst vinifiziert werden, keine Trauben mehr verkauft. 1994 kaufte die Familie 1,75 Hektar Meunier-Rebfläche in Faverolles und Coëmy, um das Terroir-Spektrum zu erweitern. Ab den frühen 2000er Jahren ging Marie-Noëlle zusammen mit Nicolas über die klassische Viticulture Raisonnée hinaus und stellte die Bewirtschaftung auf nachhaltige, naturnahe Methoden um.
Vignoble & Boden
Das Weingut bewirtschaftet 7,75 Hektar in fünf Dörfern: Villers-Marmery, Verzenay, Verzy, Faverolles und Coëmy. Sechs Hektar verteilen sich auf 34 Parzellen in der Montagne de Reims, 1,75 Hektar liegen in der Vallée de l'Ardre. Villers-Marmery ist als Premier Cru klassifiziert und zu 99 Prozent mit Chardonnay bepflanzt; Verzenay und Verzy tragen Grand Cru-Status und sind hauptsächlich mit Pinot Noir bestockt. In Faverolles und Coëmy dominiert Meunier.
Die Böden sind Kreide, aber in jeweils spezifischer Ausprägung: In Villers-Marmery liegt fragmentierte Kreide vor, die den Wurzeln tiefe Verankerung erlaubt. Verzenay zeigt verhärtete Kreide, Verzy tiefere tonhaltige Lehme über Kreidegrund. Faverolles und Coëmy bieten fossilen Kalkstein, geologisch älter, mit eigenständiger Mineralität.
Viticulture & Nachhaltigkeit
Seit den frühen 2000er Jahren arbeitet das Maison nach den Prinzipien der nachhaltigen Bewirtschaftung mit Respekt vor der Natur als Partner. Herbizide werden nicht eingesetzt. Stattdessen werden die Weinberge begrünt, Pflanzen eingesät statt synthetische Düngemittel auszubringen, und die Arbeiten orientieren sich an den Mondzyklen. Ziel ist ein lebendiger, sauerstoffreicher Boden, der den Reben tiefe Durchwurzelung und damit Resilienz ermöglicht. Insekten werden respektiert, nicht bekämpft.
Vinifikation
Henriet-Bazin vinifiziert parzellenspezifisch in 27 emaillierten Edelstahltanks. Der Ausbau erfolgt im Schwerkraftprinzip ohne Pumpen, um mechanischen Stress zu vermeiden. Nach der Pressung klärt der Most mindestens 24 Stunden ohne Filtration. Die Weine lagern neun Monate auf der Hefe in den Tanks, bevor sie assembliert werden. Spezielle Cuvées wie Hypolite reifen in Eichenfässern aus dem Wald von Villers-Marmery.
Die Solera läuft seit 1968 und wird für einige Cuvées als Reservekomponente eingesetzt. Die Dosage ist durchgehend minimal: Extra Brut oder Brut Nature, damit der Wein sich ausdrücken kann, nicht die Zuckerlösung. Basis-Cuvées lagern mindestens drei Jahre auf der Flasche, Jahrgangschampagner über sechs Jahre, bevor sie degorgiert werden.
Die Cuvées im Detail
Blanc de Blancs Premier Cru Villers-Marmery Extra Brut
Reiner Chardonnay von den fragmentierten Kreideböden in Villers-Marmery. Die Assemblage enthält Reserveweine aus der Solera, die seit 1968 läuft. Mineralisch, präzise, mit der charakteristischen Tiefe des Premier Cru-Terroirs.
100 % Chardonnay · Extra Brut · Solera seit 1968 · Premier Cru Villers-Marmery
Blanc de Noirs Grand Cru Verzy & Verzenay Extra Brut
Pinot Noir von zwei Grand Cru-Lagen: Verzenay mit verhärteter Kreide, Verzy mit tieferen tonhaltigen Lehmen. Struktur, Druck, klare Frucht ohne Umschweife.
100 % Pinot Noir · Extra Brut · Grand Cru Verzy & Verzenay
Meunier Faverolles et Coëmy Mono Parcelle Brut
Einzellagen-Meunier von der Parzelle Sente au Beurre auf fossilem Kalkstein. Gekauft 1994, bewirtschaftet nach denselben nachhaltigen Prinzipien wie die Montagne-Parzellen. Meunier mit Substanz, Bodenhaftung, ohne die übliche Trinkfreude-Leichtigkeit.
100 % Meunier · Brut · Einzellage Sente au Beurre, fossiler Kalkstein · Faverolles et Coëmy
Sélection de parcelles Premier Cru Brut
Assemblage zu gleichen Teilen aus Pinot Noir und Chardonnay, ausschließlich aus Premier Cru-Parzellen. Balanciert, mit Tiefe und Trinkfluss.
50 % Pinot Noir, 50 % Chardonnay · Brut · Premier Cru
Gaston & Louise Premier Cru Brut Nature Zéro Dosage
the_champagne.guy Gestern Abend habe ich den @champagnemoutard - Brut Nature geöffnet. Er ist frisch, klar, präzise, und als Brut Nature ohne Dosage bringt er eine herrliche Direktheit ins Glas. Aber, und das ist meine ehrliche Erkenntnis: Er reicht für mich nicht an die Cuvées der großen Häuser wie @veuveclicquot, @moetchandon oder @champagne_bollinger heran. Das heißt jedoch nicht, dass ich Moutard abschreiben würde – ganz im Gegenteil! Eine kurze Recherche zeigt, dass dieses Weingut beeindruckende Jahrgänge und besondere Cuvées im Sortiment hat, die definitiv Potenzial haben, mich zu überraschen. Genau deshalb möchte ich in den nächsten Wochen und Monaten meinen Fokus stärker auf Jahrgangschampagner und besondere Cuvées legen. Ich habe in den letzten Wochen eine breite Bandbreite an Champagnern probiert – von Einstiegs-Champagnern großer Häuser über Winzer-Champagnern bis hin zu Prestige-Cuvées: - Einstiegs-Champagner von @champagnetaittinger , @champagnepommery , @champagne_bollinger , @legras_haas , @champagne_duval_leroy , @pol_roger , @champagnedeutz , @champagnegossetofficiel , @canardduchene oder eben auch Moutard sind solide Begleiter, wecken aber oft die Neugier, was die nächste Qualitätsstufe des Hauses zu bieten hat. - Winzer-Champagner wie @champagne_bertranddelespierre, @champagnemgmarteauxguillaume, @champagnelaborderie, @champagneleclairethiefaine, @champagne_henriet_bazin, @arnaud_champagne_gallimard, @champagne_lointier, @champagnepierremoncuit, @champagneandreheucq, @champagnepiollot, @champagneetiennesandrin, @champagneullens von @domainedemarzilly, etc. haben mich durch ihre Komplexität und Einzigartigkeit fasziniert. - Prestige-Champagner wie @krugchampagne, @domperignonofficial, @louisroederer_ oder @armanddebrignac schaffen es, jeden Moment zu etwas Großem zu machen. Mein Fazit: Dieser Abend hat mir gezeigt, dass es unfair wäre, einen Champagner oder ein Haus nur auf Basis der Einstiegscuvée zu bewerten. Besonders bei Marken wie Moutard werde ich mich in den nächsten Monaten gezielt auf ihre Jahrgänge und komplexeren Cuvées konzentrieren – denn ich bin überzeugt, dass hier einige Schätze zu entdecken sind. 🍾 #TheChampagneGuy
Auf Instagram weiterlesen →Hommage an die Gründergeneration: Gaston Henriet und seine Frau. Pinot Noir und Chardonnay zu gleichen Teilen, Zéro Dosage, Premier Cru-Parzellen. Klare Linie, kein Kompromiss.
50 % Pinot Noir, 50 % Chardonnay · Brut Nature, 0 g/l · Premier Cru
Marie-Amélie Premier Cru Blanc de Blancs Millésime 2014 Brut Nature
the_champagne.guy Mit nur noch 28 Flaschen im Kühler war die Wahl heute schnell getroffen: der @champagne_henriet_bazin - Marie-Amélie 2015, ein Blanc de Blancs, der sich als perfekter Begleiter zu diesem Gericht erwies. Der gegrillte Lachs, buttrig und leicht rauchig, der knackige Brokkoli mit einem Hauch Schärfe – und der Champagner, frisch, elegant und mit subtiler Mineralität, der alles miteinander verbindet. 🍽️🍾 Aber das bringt mich zu einer Frage: Ist es meine Unerfahrenheit, die mich glauben lässt, dass fast jedes Pairing passt? Oder ist es einfach diese wunderbare Subjektivität, die beim Genuss von Essen und Champagner immer mitspielt? Manchmal denke ich, dass der perfekte Match mehr mit Stimmung und Erfahrung zu tun hat als mit starren Regeln. Vielleicht liegt der Zauber darin, zu probieren, zu lernen und jeden Moment auf neue Weise zu genießen – egal, ob man nur eine Flasche griffbereit hat, 28 Flaschen im Kühler oder einen ganzen Weinkeller voll. 🥂✨ 💡 Was denkst Du? Ist Geschmack eine Frage von Erfahrung, oder einfach nur von persönlichem Empfinden? Und wie geht ihr an Pairings heran – nach Regeln, Zufall oder Bauchgefühl? #ChampagneAndFood #HenrietBazin #BlancDeBlancs #ChampagneMoments #PairingErlebnisse #GenussMomente #GegrillterLachs #ChampagnerLiebe #SubjektivitätDesGenusses #TheChampagneGuy
Auf Instagram weiterlesen →Jahrgangschampagner aus Chardonnay, Premier Cru-Lagen in Villers-Marmery. Brut Nature, also ohne Dosage. Über sechs Jahre Reife auf der Flasche, bevor degorgiert wird.
100 % Chardonnay · Brut Nature, 0 g/l · Jahrgang 2014 · Premier Cru
Arsène Grand Cru Vintage 2015 Extra Brut
Jahrgangschampagner aus Pinot Noir und Chardonnay, ausschließlich Grand Cru-Terroir. Extra Brut, lange Reife, präziser Ausdruck von Verzenay und Verzy.
Pinot Noir & Chardonnay · Extra Brut · Jahrgang 2015 · Grand Cru
Hypolite Premier Cru Blanc de Blancs Elevage en fût de chêne
Chardonnay, ausgebaut in Eichenfässern aus dem Wald von Villers-Marmery. Holz als Textur, nicht als Aromaträger, die Kreide bleibt präsent.
100 % Chardonnay · Premier Cru · Ausbau in Eichenfässern aus Villers-Marmery
Meine Verkostungen
- Marie-Amélie 2015 (2015) · 23.12.2024
Frische Eleganz, subtile Mineralität. Der Jahrgang 2015 zeigt sich zugänglich, ohne die Tiefe zu vermissen. Klarer Chardonnay-Ausdruck, Premier Cru-Präzision, Brut Nature ohne Härte.
Fakten
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Offizieller Name | Champagne Henriet-Bazin |
| Champagne-Kategorie | RM (Récoltant-Manipulant) |
| Gegründet | 1890 |
| Gründer | Gaston Henriet |
| Generation | 5. Generation (seit ca. 1991) |
| Leitung | Marie-Noëlle Henriet-Bazin, Nicolas |
| Dorf | Villers-Marmery |
| Region | Montagne de Reims, Vallée de l'Ardre |
| Cru-Status | Premier Cru (Villers-Marmery), Grand Cru (Verzenay, Verzy) |
| Rebfläche | 7,75 ha (6 ha Montagne de Reims, 1,75 ha Vallée de l'Ardre) |
| Dörfer | Villers-Marmery, Verzenay, Verzy, Faverolles, Coëmy |
| Böden | Fragmentierte Kreide (Villers-Marmery), verhärtete Kreide (Verzenay), tonhaltige Lehme über Kreide (Verzy), fossiler Kalkstein (Faverolles, Coëmy) |
| Bewirtschaftung | Nachhaltig, kein Herbizid-Einsatz, Begrünung, Arbeit nach Mondzyklen |
| Vinifikation | Schwerkraft, 27 emaillierte Edelstahltanks, Eichenfässer (Hypolite) |
| Solera | Seit 1968 |
| Dosage | Extra Brut, Brut Nature |
| Flaschenreife | Mind. 3 Jahre (Basis), über 6 Jahre (Jahrgänge) |
| Adresse | 9 rue des Mises, 51380 Villers-Marmery |
| Telefon | +33 3 26 84 07 79 |
| contact@champagne-henrietbazin.com | |
| Website | champagne-henrietbazin.com |
| @champagne_henriet_bazin |
Quellen für dieses Portrait: Maison-Website, eigene Verkostungen, CRM-Daten und Cross-Checks. Felder ohne ausreichende Verifikation bleiben offen.








