Champagne Mater & Filii: Weitergabe als Programm
Mater & Filii heißt Mutter und Söhne. Das Haus sitzt in Dormans an der Vallée de la Marne, in der 4 Rue du Maréchal Foch, und führt den Namen nicht nur im Siegel. Auf dem Rückenetikett der Eximia steht es ausgeschrieben:
Le champagne Mater & Filii est une histoire de transmission. Transmission d'un savoir-faire, d'un état d'esprit et d'une passion.
Ansprechpartner ist Jérôme Dhuicq, die Betriebsnummer lautet RC-30388-01. Das Hausprofil nennt als Gründungsjahr 1643. Auf den Etiketten stehen zwei Nachhaltigkeitszeichen: Viticulture Durable en Champagne und Haute Valeur Environnementale — dokumentierte Bewirtschaftung, aber ausdrücklich kein Bio-Label.
Was dieses Haus von den Nachbarn unterscheidet
In der Vallée de la Marne ist Meunier die prägende Sorte, und Mater & Filii behandelt sie nicht als dritte Wahl. Auf dem Etikett des Parzellenweins Clos David steht sie als „le cépage roi et exigeant de la Vallée de la Marne" — die königliche und anspruchsvolle Sorte der Region. Das ist eine Ansage gegen die übliche Rangfolge.
Dazu kommt ein zweiter, seltener Zug. Die Jahrgangscuvée Eximia spitzt den Jahrgang nicht auf eine Rebsorte zu, wie es die meisten Häuser tun, sondern führt alle drei zu exakt gleichen Teilen. Die Gleichverteilung ist hier die Aussage, nicht das Fehlen einer Entscheidung.
Die Cuvées im Detail
Eximia · Millésime 2015
Ernte 2015, Tirage 2016, 7 g/l, vom Etikett als faiblement dosé bezeichnet und als Brut deklariert. 12 % vol.
Das Etikett nennt die Cuvée „un hommage aux trois principaux cépages champenois" — Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir, chacun présent, à part égale. Prozentzahlen druckt es nicht; das Drittel ist die Angabe.
Serviertemperatur laut Haus 8 bis 10 °C, empfohlen zu Meeresfrüchten, weißem Fleisch, Foie gras und gereiften Käsen.
⚠️ Das Etikett der Eximia 2015 wird derzeit neu gestaltet. Aufnahmen zeigen womöglich die auslaufende Gestaltung.
Clos David 2022 · Parzellenwein, 100 % Meunier
the_champagne.guy Ich bin ja immer ein Fan von speziellen Stilen. Besonderheiten, die einer Flasche einen Wiedererkennungswert geben. Hier ist der größte Wiedererkennungswert vermutlich, dass noch selten eine Flasche so gut ausbalanciert war. Eine 33 / 33 / 33-Assemblage, als Millésime ausgebaut und Brut dosiert, da gibt es keine Ecken und Kanten, sondern ein unfassbar harmonisches Ergebnis, mit Tiefe, aber vor allem einfach schön zu trinken. Die meisten Jahrgänge werden auf eine Rebsorte zugespitzt, sei es auf Chardonnay, sei es auf Pinot Noir. @champagne_materetfilii geht bei der Eximia 2015 den anderen Weg: exakt ein Drittel Chardonnay, ein Drittel Pinot Noir, ein Drittel Meunier. Laut Etikett „à part égale”, und das ist keine Marketing-Formulierung, sondern die eigentliche Konzept-Aussage dieser Cuvée. Eine Hommage an alle drei Rebsorten der Champagne, gleichwertig. Dieser Champagner hat Pfeffer. Nicht subtil, nicht als Hinterton, sondern als klares Profil. Für eine Assemblage mit einem Drittel Meunier aus der Vallée de la Marne macht das inhaltlich Sinn, aber so deutlich habe ich das selten erlebt. Und trotzdem ist diese Ausprägung so gut eingebettet, dass sie zwar auffällt, aber das Profil nicht dominiert. Das Haus sitzt in Dormans, gegründet 1643, und der Name „Mater & Filii” steht für genau das: Weitergabe. Kontakt lief über Jérôme Dhuicq, und die Zertifikate auf dem Etikett, Viticulture Durable en Champagne plus Haute Valeur Environnementale, zeigen, dass das Haus seine Bewirtschaftung nachhaltig dokumentiert, auch wenn es kein Bio-Label ist. 🍾 Assemblage: 33% Chardonnay · 33% Pinot Noir · 33% Meunier 🏆 Jahrgang: 2015 · Tirage 2016 🥂 Dosage: 7 g/l (Brut) 📍 Lage: Dormans, Vallée de la Marne 💡 Charakter: pfeffrig · strukturiert · markant Drei Rebsorten, ein Jahrgang, ein Konzept, das mir genau deshalb im Gedächtnis bleibt, weil es eben keine starke Ausprägung in die eine oder andere Richtung hat. #BrutVintage #ValleeDeLaMarne @gabriel_glas @mygabrielglas @laclaye @grad.dk @grad_rd #MaterEtFilii #Vintage2015 #TheChampagneGuy
Auf Instagram weiterlesen →Cuvée parcellaire von der ältesten Rebe des Guts, 60 Jahre alt, ausschließlich mit Meunier bestockt, ausschließlich aus den Trauben des Jahres 2022. Vinifiziert und ausgebaut im Holz. 0,5 g/l, als Extra-Brut deklariert, 12 % vol.
Das Haus empfiehlt sie zu Austern, Geflügel mit Morcheln, Jakobsmuscheln oder einem Sabayon.
⚠️ Ein Dégorgierdatum nennt das Etikett nicht.
Blanc de Noirs · Extra-Brut
Ernte 2019, Abfüllung 2020, Dégorgement 2023. 3 g/l, Extra-Brut, 12 % vol. Das Etikett beschreibt die Cuvée als Ausdruck der aromatischen Kraft des Pinot Noir — „tout en retenue", also zurückhaltend. Für einen Blanc de Noirs ist das der Gegenentwurf zum üblichen Versprechen von Wucht.
⚠️ Das Etikett nennt weder Rebsortenanteile noch einen Jahrgang. „Blanc de Noirs" lässt Meunier grundsätzlich zu; ob die Cuvée reinsortig ist, geht aus den vorliegenden Unterlagen nicht hervor. Die Ernte 2019 steht in der Fiche, nicht auf der Flasche — das Haus vermarktet sie nicht als Millésime.
Meine Verkostungen
- Eximia Millésime 2015 · 2026-10-19
Fakten
| Kategorie | Detail |
|---|---|
| Betriebsnummer | RC-30388-01 |
| Adresse | 4 Rue du Maréchal Foch, 51700 Dormans, France |
| Region | Vallée de la Marne |
| Ansprechpartner | Jérôme Dhuicq |
| Gründung | 1643 (laut Hausprofil) |
| Zertifizierungen | Viticulture Durable en Champagne, Haute Valeur Environnementale |
| Leitsorte | Meunier, vom Haus als cépage roi der Region bezeichnet |
| Besonderheiten | Clos David aus einer 60-jährigen Einzelparzelle, im Holz ausgebaut |
| Telefon | +33 6 12 56 62 65 |
| Website | materetfilii.fr |
| @champagne_materetfilii |
Quellen für dieses Portrait: Etiketten der drei vorliegenden Flaschen, Fiche technique des Hauses (18.09.2026) und eigene Verkostungen. Das Gründungsjahr stammt aus dem Hausprofil und ist nicht gegengeprüft.





